Geldwäschegesetz

Veröffentlicht am 21.05.2017

Wenn der Immobilienmakler nach Ihrem Ausweis fragt

Der ein oder andere Kunde schaut kritisch auf, wenn er nach seinem Personalausweis gefragt wird, besonders, wenn dies noch vor Vertragsunterzeichnung geschieht. Dies hat seine Berechtigung mit einem Hintergrund, den man per se nicht mit seinem Immobilienmakler von nebenan in Verbindung bringen würde. Die Geldwäsche – durch sie werden weltweit die schwersten Verbrechen finanziert.

Das Gesetz

Die Bundesregierung sieht die Gefahr, dass Maklerkunden mit Hilfe von Immobiliengeschäften Schwarzgeld waschen können und verpflichtet die Immobilienprofis daher über das Geldwäschegesetz (§2 Abs. 1 Nr. 10) zur Mitarbeit bei der Verbrechensbekämpfung. Immobilienmakler sind verpflichtet, die Identität ihrer Kunden festzustellen, mit denen sie eine Geschäftsbeziehung eingehen wollen. Dies gilt ebenso für den Verkäufer, wie auch den Verkäufer – diese Kundenüberprüfung gilt nur bei Veräußerungsgeschäften, da bei einer Wohnungsvermietung in der Praxis eine Geldwäsche unüblich ist.

Was muss indentifiziert werden?

Es müssen sowohl direkte Interessenten, als auch Personen, die sie vertreten, identifiziert werden. Bei natürlichen Personen sollte zum Beispiel ein Personalausweis oder ein Pass vorliegen, in dem Daten wie Name, Anschrift, Ausweisnummer, Geburtsname und -datum, Nationalität sowie die ausstellende Behörde verzeichnet sind. Bei juristischen Personen, also Unternehmen, die keine Personengesellschaften sind, wird in der Regel ein Handelsregisterauszug plus gegebenenfalls Gesellschafterliste vorgelegt, dem Daten wie Sitz und Anschrift der Gesellschaft, die Namen der Mitglieder des Vertretungsorgans oder deren gesetzliche Vertreter zu entnehmen sind.

Zeitpunkt der Identitätsprüfung

Laut IVD-Sprecher Koch muss die Identitätsprüfung spätestens zum Zeitpunkt des Abschlusses des Maklervertrags erfolgen. In der Praxis werde das Gesetz aber so ausgelegt, dass die Überprüfung erst dann abgeschlossen sein muss, wenn der Makler dem Kunden die Kontaktaufnahme zum Eigentümer ermöglicht hat. Entscheidend ist jedoch, ob ein Makler ein Veräußerungsgeschäft ermöglicht – auch ohne fortan an dem Geschäft beteiligt zu sein.

Daher gilt:
Soll eine Immobilien veräußert werden, die vom Eigentümer selbst bewohnt wird, muss der Makler die Identität des Kaufinteressenten feststellen, noch bevor die Objektadresse genannt wird und ein Besichtigungstermin stattfindet. Denn: Letzterer erlangt mit Kenntnis der Adresse bereits auch Kenntnis zum Eigentümer.
Soll eine Immobilie veräußert werden, die nicht vom Eigentümer selbst bewohnt wird, reicht es aus die Identität des Kaufinteressenten beim Termin durchzuführen. In dem Fall erlangt er nämlich mit dem Kenntnis der Objektadresse keinerlei Kenntnis über den Eigentümer.
Grundsätzlich gilt jedoch: Sobald ein Maklervertrag geschlossen wird, muss eine Identitätsfeststellung stattfinden.

Fazit

Sollten Sie also von Ihrem Immobilienmakler nach Ihrem Personalausweis gefragt werden, bevor überhaupt eine Besichtigung stattgefunden hat: Lassen Sie sich dadurch nicht verunsichern. In dem Fall kommt der Profi nur seiner Pflicht nach und arbeitet somit sehr sorgfältig.