Engagement zum Reinbeißen

Veröffentlicht am 01.10.2018

Es gibt vieles, was unsere Stadt lebenswerter macht. Eine intakte Natur in direkter Nachbarschaft gehört auf jeden Fall dazu, denn sie bietet nicht nur dem Menschen Raum zur Erholung, sondern auch den Tieren. Einen herausragenden Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt leisten dabei Streuobstwiesen. Sie sind die Heimat unzähliger Vögel, Schmetterlinge, Insekten und weiterer Nützlinge. Grund genug für uns, beim Aktionstag “Wi mookdat” tatkräftig dafür zu sorgen, dass dies auch weiterhin so bleibt.

 

Voller Tatendrang tauschten wir an einem herrlichen September-Morgen Anzug und Kostüm gegen Arbeitskleidung und Gummistiefel und marschierten los auf die Streuobstwiese Appelwisch in Sasel, um rund 200 alte Apfelbäume abzuernten und zu pflegen. Begrüßt wurden wir durch das Ehepaar Nitz, das sich dem Erhalt der Streuobstwiese verschrieben hat und normalerweise fleißigen und wissbegierigen Kitakindern und Schulklassen diese einzigartige Kulturlandschaft näherbringt.

Nach einem kleinen Rundgang über das Gelände ging es richtig los. In Zweiterteams sammelten wir zunächst das Fallobst ein, aus dem hernach köstlicher Saft gepresst wird – natürlich nur dann, wenn man die Äpfel rechtzeitig einsammelt. Im nächsten Schritt ernteten wir das Obst, das noch in den Bäumen hing mithilfe von Apfelpflücker-Drahtkörben, einem den meisten von uns völlig unbekannten Gartengerät. Während der Arbeit ließen wir uns die leckeren Äpfel natürlich auch selber schmecken und bemerkten, dass Äpfel von der Streuobstwiese viel natürlicher aussehen (und intensiver schmecken!), als solche, die uns täglich in der Auslage der Supermärkte begegnen. Das liegt ganz einfach daran, dass die Bäume hier kaum geschnitten und schon gar nicht gespritzt werden, da sich die Natur mit all ihren Bewohnern frei und ungestört entfalten soll.

Frische Luft und körperliche Arbeit (bücken und pflücken!) machten uns ganz schön hungrig und so legten wir inmitten der idyllischen Natur eine Kaffeepause ein – natürlich unter einem ganz besonders schönen Apfelbaum. Aber: Nicht zu lange gerastet, es galt ja noch die restlichen Bäume abzuernten! Körbe zur Hand und weiter ging’s!

Als sich der Tag dem Ende zuneigte waren wir nicht nur rechtschaffen müde, sondern auch ganz schön erstaunt. Rund 1,5 Tonnen Äpfel hatten wir an nur einem einzigen Tag geerntet – kaum zu glauben. Nicht ganz ohne Stolz verabschiedeten wir uns vom Ehepaar Nitz und sagen danke für diesen unvergesslichen Tag!